Trinkwasser in Allensbach
Trinkwasser heißt in Allensbach vor allem: Wasser aus eigenen Quellen und Tiefbrunnen in hervorragender Qualität vom Bodanrück. Auf diesen Seiten möchten wir Ihnen weitere Informationen zu unserem Trinkwasser geben.
Verbesserung von Infrastrukturmaßnahmen
Die Gemeinde Allensbach ist dabei, die Infrastruktur im Bereich der Wasserversorgung nachhaltig zu verbessern. Hierzu wurde ein umfangreiches Strukturgutachten durch ein Fachbüro erstellt und wird nun sukzessive nach Priorisierung im Gemeinderat zur Umsetzung gebracht.
Nachdem der Standort des neuen Tiefbrunnens oberhalb der Holzgasse festgelegt wurde, konnten die für das Vorhaben erforderlichen Grundstücke inzwischen erworben werden. Derzeit bereitet das Planungsbüro GUV das Projekt für die Genehmigungsplanung vor. Die ersten Ergebnisse sollen noch vor der Sommerpause 2026 im Gemeinderat vorgestellt werden.
Weiterhin schließt die Strukturverbesserung insbesondere die Sanierung der Hochbehälter in Langenrain und Hegne ein. Auch das Prozessleitsystem wird modernisiert. Entsprechende Aufträge wurden durch den Gemeinderat in Auftrag gegeben und sollen noch in diesem Jahr zur Ausführung kommen.
Sicherstellung der Wasserqualität
Zur Sicherstellung der Wasserqualität wird UV eingesetzt.
Funktionsweise der UV-Anlage:
Eine UV-Anlage bzw. die UV-Desinfektion ist ein physikalisches Desinfektionsverfahren in der öffentlichen Wasseraufbereitung zur Sicherstellung der Wasserqualität. Eine Desinfektion erfolgt bei der Anlage mittels ultravioletter Strahlung. Dem Trinkwasser werden dabei keine zusätzlichen Aufbereitungsstoffe zugegeben. Um die Funktionsfähigkeit der UV-Anlage zu gewährleisten, wird der Anlage ein sogenannter Kerzenfilter vorgeschaltet, der ggf. im Wasser durch Partikel hervorgerufene Trübungen abfiltern soll. Die Funktionskontrolle der Filterung läuft über eine nachgeschaltete Trübungsmessung, welche wiederum auf das Leitsystem der Wasserversorgung geschaltet ist.
Diese Aufbereitungskette wurde zweifach aufgebaut. Einmal zur Förderung des Wassers in den Hochbehälter Walzenberg und einmal zur Förderung in den Hochbehälter Kaltbrunn. Dadurch ist auch eine sichere Versorgung mit Trinkwasser redundant gegeben, wenn eine der UV-Anlagen ausfallen sollte. Für den Notfall, dass beide UV-Anlagen zeitgleich ausfallen, ist eine festinstallierte Chlordosieranlage eingebaut, die im Notfall zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung in Betrieb genommen werden kann.
Aufgrund des undichten Brunnenkopfes im Tiefbrunnen Setze wird auch dort das Wasser bis zur Sanierung durch eine UV-Filteranlage aufbereitet.
Härtegrad des Wassers
Das naturbelassene Trinkwasser in Allensbach ist hart, beim Härtegrad von 18º bis 21º d. H. (kalkhaltig).
Qualität des Trinkwassers
Trinkwasser ist das am besten überwachte Lebensmittel in Deutschland. Trinkwasser heißt in Allensbach vor allem Wasser aus den eigenen Quellen und eigenen Tiefbrunnen in hervorragender Qualität. Wie „gut“ unser eigenes Trinkwasser ist, wird an der ersten der beiden Tabellen ersichtlich. Hinweise für Installateure finden Sie in der zweiten Tabelle.
Das Gesundheitsamt (Landratsamt Konstanz) ist die überwachende Stelle für die Wasserversorgung Allensbach.
*) Probenentnahmen nach DIN EN ISO 19458 (K19) und DIN EN ISO 5667-1 (A4) und Nachweisgrenzen gemäß der Anlage 5 der TrinkV 2001.
Woher kommt unser Trinkwasser?
Die ersten Texte zu einer kommunalen Wasserversorgung stammen aus der Jahrhundertwende um 1900. In 1909 ist eine Wasserleitung ab den Mindelseequellen in Richtung Nägelried erwähnt. Daher hätte die Wasserversorgung Allensbach auch 2009 das „Hundertjährige“ feiern können. Die Quellleitung kommt aus dem Bereich nördlich vom Mindelsee von oberflächennahen Quellen. Das Wasser fließt im Bereich Nägelried unter der B33 nach Allensbach. Das Wasser aus den Mindelseequellen wird seit 1988 über eine Druckerhöhungsanlage und eine Ozonierung in das „Setze-Netz“ eingespeist. Der freie Zulauf aus den Quellen liefert täglich bis zu 300 m³ Trinkwasser.
Tiefbrunnen in der „Setze“
In der Nähe vom Sportplatz an der Bodanrückhalle befindet sich der Tiefbrunnen „Setze“. Normalerweise werden hier bis rund 500 m³ Trinkwasser aus der Tiefe gefördert. Dafür stehen 4 große Pumpen zur Verfügung. Die maximal erlaubte Förderleistung liegt bei rund 1000 m³. Das aus einer Tiefe von mehr als 30 m gezogene Wasser versorgt einen Großteil des Ortsbereiches von Allensbach.
Tiefbrunnen „Hegne“
Der Tiefbrunnen Hegne ging 2004 in Betrieb und fördert aus rund 30 bis 40 m Tiefe täglich 250 m³ Trinkwasser. In Spitzenzeiten könnten es auch 750 m³ sein. Versorgt werden von hier die Ortsteile Hegne, Kaltbrunn und Langenrain-Freudental, die Kliniken Schmieder und das Gewerbegebiet im Reihetal.
Hochbehälter (Wasserspeicherung)
Auf dem Gemeindegebiet gibt es verschiedene Hochbehälter, um die Trinkwasserversorgung sicherzustellen.
- Hochbehälter Walzenberg
Der Hochbehälter für die Versorgung von Allensbach ist auf dem Walzenberg und ein beliebter Aussichtspunkt. Hier werden 600 m³ Wasser zur Verfügung gestellt. - Der Hochbehälter Hegne liegt etwas versteckt im Wald in Richtung Dettingen und speichert 150 m³ Trinkwasser.
- Die Klosteranlagen in Hegne besitzen eine eigene Wasserversorgung. Die beiden getrennten Netze sind jedoch über einen Schieber miteinander verbunden und könnten gekoppelt werden.
- Oberhalb von Langenrain in Richtung Hof Höfen werden 250 m³ Wasser im Hochbehälter Langenrain bevorratet.
- Der Hochbehälter Kaltbrunn hat ein Volumen von 500 m³.
Bei diesen Größen sind die künftig zu versorgenden Einwohner:innen und eine Löschwasser-Reserve mitgerechnet.
Was können Sie tun, damit das Trinkwasser in gleicher Qualität aus dem Wasserhahn kommt?
Was Sie dafür tun können, damit unser hervorragendes Trinkwasser auch tatsächlich aus Ihrem Wasserhahn fließt, erklären wir Ihnen hier.
Wasserfilter reinigen
In den meisten Häusern ist nach der Wasseruhr ein Wasserfilter angebracht. Diesen müssen Sie regelmäßig reinigen. Das geht ganz einfach. Sie stellen unter den Wasserfilter einen Eimer und drehen einmal den Filter völlig auf. Lassen Sie das Wasser durchlaufen, bis der Eimer gefüllt und somit der Filter gereinigt ist. Diese Maßnahme sollten Sie ein- bis zweimal im Jahr wiederholen. Am besten notieren Sie sich die Termine im Kalender.
Perlatoren reinigen
Unser Trinkwasser ist sehr hart. Dadurch verkalken die Perlatoren an den Wasserhähnen relativ schnell. Am besten gewöhnen Sie sich auch hier einen regelmäßigen Rhythmus an, um die Perlatoren zu entkalken. Unser Tipp: Legen Sie sich einen Extra-Satz zu. Dann können Sie direkt wieder einen Perlator einsetzen und den verkalkten in ein Entkalkungsbad (Essig leistet gute Dienste) legen.
Spültücher nicht über den Wasserhahn hängen
Durch die Spültücher gelangen Keime an den Hahn und können so auch ins Trinkwasser gelangen.
Wasserzähler
Wasserrohrbrüche gibt es im öffentlichen Netz. Meist gut sichtbar, da das Wasser über die Straßen sprudelt. Doch auch innerhalb von Gebäuden oder auf privaten Grundstücken kommt es immer wieder zu Wasserverlusten. Diese Schäden werden oft erst bemerkt, wenn der Wasserzähler abgelesen wird oder wenn die Wassergebührenabrechnung einen („unmöglich“) hohen Verbrauch ausweist.
Häufigste Ursachen sind defekte Leitungen zum Garten, eine undichte Toilettenspülung, ein defektes Überdruckventil an der Heizung oder ein Rohrbruch in der Grundleitung. Anschlussnehmer:innen entsteht dadurch unter Umständen ein immenser Schaden am Gebäude und das Wasserwerk muss den erhöhten Wasserverbrauch an Kunden:innen berechnen.
Unser Tipp:
Kontrollieren Sie regelmäßig den Stand des Wasserzählers. Schreiben Sie diesen auf.
Achten Sie darauf, dass bei der Kontrolle keine Wasserabnahme im Haus erfolgt. Dreht sich das „Zählerrädchen“, obwohl kein Wasser abgenommen wird, ist dies ein Zeichen, dass in der eigenen Hausinstallation nach dem Wasserzähler ein Defekt aufgetreten sein könnte.
Unser Team
Lukas Seel (Stadtwerke Radolfzell)
Leiter der Abteilung Trinkwasser
Sven Welschinger (Gemeinde Allensbach)
Leiter vom Bauhof und Mitarbeiter der Wasserversorgung
Martin Woge (Stadtwerke Radolfzell)
Netzmeister der Wasserversorgung
Jörg Lüdtke (Gemeinde Allensbach)
Technischer Leiter und Planung Trinkwasserversorgung

